Das 1528 von Wendel Roskopf erbaute Gebäude ist auch wegen seiner Innenausstattung eines der bedeutendsten Renaissancebürgerhäuser der Stadt. Es ist kennzeichnend für den Lebenszuschnitt eines reichen Görlitzer Kaufmanns seiner Zeit: Franz Schneider.

Franz Schneider war mehrmals Bürgermeister in durch Reformation und Schmalkaldischen Krieg schwieriger politischer Situation. Seine Portraitbüste mit dem Monogramm und Hauszeichen mit Wappenschild befinden sich im ersten Obergeschoss des Hotels.

Das bemalte Balkenwerk im Erdgeschoss entstand 1691, ebenso der Festsaal in der 1. Etage. Im Dielenraum der ersten Etage findet sich ein Schlingrippengewölbe, das einzige Beispiel für diese Wölbungsart in Görlitz, nach dem Vorbild der Gewölbekonstruktion Benedikt Rieds im Wladislaw Saal der Prager Burg. Da das Gebäude aus drei älteren Gebäuden zusammengesetzt wurde, fehlt die für die Görlitzer Altstadthäuser typische Zentralhalle. Die schlichte Fassade wurde durch reich skulptierten Sandstein an den Fenstern hervorgehoben.

1963 Teilinstandsetzung und Nutzung als Stadtbibliothek
1965 Restinstandsetzung und Sitz des Kulturdezernates und Nutzung als Wohnhaus
1997 Beginn der umfangreichen Restaurierung und Umgestaltung zum Hotel und Restaurant durch Familie Vits
1998 Eröffnung des Hotels Tuchmacher